Category Archives: NGO

Jaston: Ein Torjäger !

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Autor: Dr. Fredy Rivera

Jaston ist ein 8-jähriger Bub, der im Zentrum vom Port au Prince lebte. Am 12. Jänner 2010, dem Tag des Erdbebens, ist das Haus seiner Familie eingestürzt. Die einzigen Überlebenden waren er und sein Vater. Am 15. Jänner traf ich ihn im Spital La Saline, wo unsere Mobile Klinik Hunderte von Verletzten behandelte. Er hatte eine Kopfverletzung und man konnte sein Gesicht kaum sehen. Er nahm neben mir Platz und fragte mich, ob es wehtun würde. Ich sagte ihm, dass ich kein Creole spreche, und ob er es mir beibringen könnte. „Kouman ou rele?“, sagte er wiederholt zu mir.  Mein Übersetzer erklärte mir, dass der Unterricht bereits begonnen hatte. Ich solle mir merken, dass „Kouman ou rele?“ – „Wie heißt du?“ bedeutet. Ich wiederholte es und dann fragte er mich erneut, ob es wehtun würde. Er hatte beobachtet, wie sich die anderen Verletzten bei der Behandlung wehrten und schrien. Ich erzählte ihm, dass ich, wenn ich als Kind Sorgen oder Schmerzen hatte, immer versucht habe, Fußball zu spielen und, dass es mir danach besser ging. Jaston erklärte mir, dass er in diesem Zustand kein Fußball spielen könne und, dass er seine Mutter vermisse. „Jetzt kannst du kein Fußball spielen, aber nach zwei Wochen, wenn die Wunde geheilt ist, wirst du sehr wohl spielen können“ antwortete ich.Er fragte mich erneut, ob ich mir den Satz (Kouman ou rele?) bereits gemerkt hätte. Natürlich hatte ich es vergessen.

Er war nun an der Reihe. Die Ärztin hatte ihn gerufen und mit der Behandlung begonnen. Er schrie und schaut auf mich, und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich nicht auch geweint habe. Als das Ganze vorbei war, gab ich ihm die Hand und gratulierte ihm. Ich wollte ihm einige Geldscheine für einen Fußball geben, aber er hat es abgelehnt und mir gesagt, dass er einen richtigen Fußball von mir will. Ich habe ihm einen für die nächsten Tage versprochen und auch tatsächlich gebracht.

Einige Monate später traf ich Jaston wieder und das Erste, was er mich fragte, war, ob ich jetzt weiß, was „Kouman ou rele?“ bedeutet. Ich entschuldigte mich und sagte ihm, dass ich es wieder vergessen hatte.

„Aber ich, ich habe bereits mehrere Tore geköpfelt“ sage er sehr stolz zu mir.

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MOSAMBIK: Ein Zuhause wünscht sich nicht nur Maria

Autor: Katerina Kombercova

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Das kleine Dorf Barrira in der entlegenen Provinz Sofala existiert auf keiner Landkarte. Es scheint, als habe man es vergessen, genau wir die holprige, staubige Sandstraße, die dorthin führt. Ein paar dürftige Lehmhütten zieren den Straßenrand, Bauern bestellen ihre Maisfelder, züchten Hühner und Ziegen. Wenn der Regen ausbleibt, stirbt das Vieh.

Für Maria und ihre 4 kleinen Geschwister ist heute ein besonderer Freudentag, den sie nicht so schnell vergessen werden. Maria hat bereits vor Jahren ihre Eltern verloren. Wie so viele andere Familien in dem Dorf Barrira, wurden auch sie Opfer der HIV/AIDS Epidemie. Ein langsamer, qualvoller Tod, den Maria hautnah miterleben musste. Mit ihren 9 Jahren musste Maria bereits sehr früh lernen, ihren harten Lebensalltag selbst zu meistern. Zu fünft, Maria und ihre 4 kleineren Geschwister, leben sie heute in einer notdürftigen Unterkunft; das baufällige Dach spendet schon lange keinen Schatten mehr. Auch heute brennt die Sonne wieder wie Feuer auf der Haut.

Im Rahmen des Projektes ‚Gesunde Gemeinden’ ist Maria eines von 100 Waisenkindern, denen Hilfswerk Austria ein neues Zuhause schenkt. Die Baumaterialien wie Zement, Holz und Wellblechplatten wurden vom Projekt zur Verfügung gestellt. Nachbarn und andere Dorfbewohner haben dann für Maria und ihre Geschwister ein kleines Haus gebaut. Drei Wochen lang wurde Zement gerührt, Holz geschnitten und das Wellblechdach angenagelt. Heute begegnen wir Maria mit Tränen in den Augen, diesmal jedoch Freudentränen. „Ich hoffe, dass ich diese Hilfe und Unterstützung einmal zurückgeben kann“, meint sie bescheiden. Erstmal darf sich Maria über ihre erste Nacht auf einer weichen Matratze freuen, denn früher war es bloß der harte Lehmboden, den sie vor dem Einschlafen spürte.

Österreich schickt einen Hilfstransport nach Japan

„Ich bin nach Japan gereist um mir selbst ein Bild von den Zerstörungen des Tsunami vom 11. März 2011 zu machen und zu erfahren, wie es den Menschen geht und wie wir weiter helfen können“, berichtet die Geschäftsführerin von Hilfswerk Austria International Dr. Heidi Burkhart.


Das Erdbeben vom 11. März und der darauf folgende Tsunami mit 30m hohen Wellen haben die Ostküste Japans verwüstet, rund 500.000 Menschen mussten evakuiert werden. Drei Wochen nach der Katastrophe sind rund 11.000 Tote und 17.000 Vermisste zu beklagen. Die Lage in Japan bleibt weiterhin dramatisch. Vor allem die Situation der älteren Erdbebenopfer ist prekär. Es fehle an Wasser, Heizmaterial, Treibstoff und Medikamenten, berichteten die japanischen Medien.

Hunderttausend Menschen haben ihr Hab und Gut verloren und leben in Notunterkünften, viele warten noch immer auf humanitäre Hilfe. Nach dem Mega-Erdbeben in Japan ist es zu den Zerstörungen durch den Tsunami und die Verstrahlung einiger Gebiete durch die Atom-Katastrophe von Fukushima gekommen. Vor allem für Kinder und ältere Menschen sind der Schock nach der Erdbebenkatastrophe und dem Evakuierungsstress sowie die nachfolgende drastische Kältewelle fast unerträglich geworden.

In Japan bebt die Erde weiter

Am 7.4. gab es in der betroffenen Krisenregion erneut ein schweres Nachbeben, dessen Stärke mit 7,1 angegeben wurde. Das Epizentrum des Bebens lag rund 65 Kilometer östlich der Millionenstadt Sendai. Die Erschütterungen lösten zahlreiche Brände aus, in der Präfektur Miyagi sperrte die Polizei die Autobahnen und in mehreren Regionen fiel der Strom aus. Das schwere Nachbeben hat in Japan auch Menschen getroffen, die von der Katastrophe am 11. März noch verschont geblieben waren. Es wird auch weiterhin mit schweren Nachbeben gerechnet.

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Die österreichische Bevölkerung zeigt Solidarität mit Japan

Japan ist ein Industrieland und die Regierung tut alles in ihrer Macht Stehende, um der Situation Herr zu werden. Jedoch ist hier internationale Zusammenarbeit nötig. Hilfswerk Austria International (HWA) hat zusammen mit den lokalen Partnern in den ersten Wochen der Katastrophe Hubschrauber und LKWs mit Lebensmitteln, Wasser, Babynahrung, Decken oder Hygieneartikeln in die Krisenregion geschickt. Die Hilfsgüter wurden in Tokio eingekauft und in großen LKWs in die Präfektur Miyagi gebracht. Dort wurden sie in kleine LKWs umgeladen und in Spitäler und Notunterkünfte geliefert.

Hilfswerk Austria International besucht die Krisenregion

„Wir haben mit vielen Betroffenen in Ishinomaki, einer der am stärksten betroffenen Regionen, gesprochen, und da kommt nur eines durch: ihr sehnsüchtiger Wunsch nach Hause zurück zu kehren, ihre Häuser oder ihre Wohnungen wieder aufzubauen und ihre Kinder wieder in die Schule zu schicken“ , so Heidi Burkhart.

Der Vizegouverneur von Miyagi, Herr M. Wako, hat HWA erzählt, dass die jetzige Katastrophe noch weit grösser ist als das Erdbeben 1995 in Kobe. Nicht nur wegen der riesigen Zahl der Opfer, sondern weil ganze Landstriche neu aufgebaut werden müssen. Die Hilfe und Zusammenarbeit aus Österreich wird daher mit offenen Armen aufgenommen.

„Wir wollen gemeinsam ein „Österreich-Dorf“ errichten, mit Schule, Spital, Wohnmöglichkeiten und Arbeitsplätzen“, so Dr. Heidi Burkhart.

An der gemeinsamen Plattform „JAPIRI“ nimmt die Aktion der österreichischen Wirtschaft „Wir bauen Leben“ teil, aber auch Unternehmen aus Japan und zahlreiche Privatpersonen und Privatinitiativen, die Spendengelder in die gemeinsame Plattform einbringen. Zwischen Österreich und Japan bestehen tiefe kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Und gerade jetzt, in dieser schweren Zeit, sollen die Menschen in Japan spüren, dass sie echte Freunde in Österreich haben.

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