HAITI: Was hat HWA bis jetzt in Haiti geschafft?

Mobile Kliniken

Schon drei Tage nach dem Erdbeben startete HWA sein Nothilfeprojekt mit mobilen Kliniken und unzähligen freiwilligen GesundheitshelferInnen in zwei Armenvierteln in Port-au-Prince. HWA gründete ein lokales medizinisches Team bestehend aus einer lokalen Ärztin und Krankenschwestern und bietet kostenlose mobile Kliniken an sechs Tagen pro Woche in verschiedenen Lagern und Armenvierteln in Port-au-Prince an. Im Rahmen dieser mobilen Kliniken werden einfache medizinische Behandlungen durchgeführt und Medikamente, Desinfektionsmittel, Hygienepakete, Nahrungsmittel und Zelte verteilt. Während in den ersten Tagen und Wochen nach dem Erdbeben besonders viele Schwerverletzte behandelt werden mussten, verlagerte sich der Fokus später unter anderem auf Seuchenprävention. Des Weiteren wurden die Gesundheitszentren von La Petite Place Cazeau und La Salina mit Medikamenten und medizinischen Verbrauchsmaterialien unterstützt. Die Projektlaufzeit wurde bis November 2011 verlängert.

„Sie kommen schon um sieben. Heute sind es mehr als fünfzig Haitianer, meist Frauen, die ihre kleinen Kinder im Arm tragen. Marie Jeannes kommt wie jede Woche. Auch heute will sich die 77-Jährige wieder behandeln lassen. Ihr Asthma macht ihr schwer zu schaffen“, berichtet HWA-Mitarbeiter Andreas Lexer aus Haiti.

In etwa zehn Lagern über ganz Port-au-Prince verteilt ist die kleine mobile Klinik im Einsatz, jeden Tag woanders. Insgesamt werden damit an die 40.000 Menschen medizinisch versorgt. Bereits seit dem 15. Jänner 2010 ist Magalita Lajoie, die ärztliche Leiterin der Klinik, obwohl sie damals selbstverletzt war. Das Haus, in dem sie sich während des Erdbebens befand, stürzte ein, die Trümmer erschlugen sie fast.

Magalita Lajoie kommt einmal die Woche in dem kleinen Lager Gerald Bataille in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince vorbei, in dem seit einem Jahr gut 5.000 Menschen in Zelten und notdürftigen Unterkünften leben. Zusammen mit zwei Krankenschwestern und einem Pfleger kümmert sie sich um die Kranken in diesen Lagern.

Nach dem Beben kam die Cholera

Nach dem Erdbeben kam die Seuche! Am 19. Oktober brach die Cholera in Haiti aus. Die Infektionen traten zunächst in der ländlichen Provinz Artibonite, nördlich von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince auf. Nach Angaben des haitianischen Gesundheitsministeriums wurden bis Ende des Jahres 2010 rund 3500 Todesfälle und mehr als 157.000 Choleraerkrankungen gezählt. Auch zehn Wochen nach Ausbruch der Epidemie konnte die Krankheit noch nicht eingedämmt werden; pro Tag starben noch immer 22 Menschen.

Verantwortlich dafür, dass sich die Seuche in Haiti so rasch ausgebreitet wurde, waren unter anderem die schlechten hygienischen Zustände. Die Menschen hatten weder Toiletten noch sauberes Trinkwasser. Unter diesen Umständen verbreitete sich der Erreger besonders rasant aus. In dieser Situation war die Aufklärung der Haitianer besonders wichtig. Viele wussten nämlich nicht, wie sie sich im Falle einer Ansteckung verhalten sollten, und suchten zu spät medizinische Hilfe. Deshalb wurde in der Klinik des  HWA hauptsächlich auf Vorbeugung und Aufklärung Wert gelegt.

Die Cholera ist eine durch Bakterien ausgelöste Durchfall-Erkrankung, die innerhalb kürzester Zeit zum Tode führen kann. Die Bakterien können extremen Durchfall und starkes Erbrechen verursachen, was zu einer schnellen Austrocknung führen kann. Sofern die Symptome schnell genug erkannt werden, lässt sich die Krankheit erfolgreich behandeln. Infizierte müssen vor allem mit sauberem Wasser, Elektrolyten und Antibiotika versorgt werden.

„Die Cholera war in Haiti ausgestorben, die Menschen wissen nicht, wie sie sich davor schützen sollen“, sagt Dr. Magalita Lajoie. Bei jedem PatientInnenbesuch muss die Ärztin ihren PatientInnen erklären, wie sie Obst waschen sollen und wie sie sich selbst reinigen müssen.

Als eine der wenigen internationalen Organisationen arbeitet Hilfswerk Austria International mit einer Ausnahme nur mit haitianischen Kräften, Ärztinnen, Krankenschwestern und Verwaltungspersonal und fördert so auch die Kaufkraft des Landes. Der HWA-Mitarbeiter Andreas Lexer aus Haiti: „Meine Bilanz ist also durchaus positiv. Die Hilfsgelder kommen zu den Menschen. Und es gibt Erfolge. Im Moment, ein Jahr nach dem großen Beben, muss man noch genau hinschauen, um sie zu erkennen. Aber sie werden mehr.

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